Frank Schäffler (FDP), spricht mit seiner
schriftlichen Erklärung zum gerade verabschiedeten 148 Milliarden
Euro-Rettungspaket (deutscher Anteil) ein wahres Wort. Er scheint
bestens im Bilde darüber zu sein, welche Gründe diese Krise wirklich
hat. Er muß einer sein, der den alternativen Medienbereich im Fokus
hat, denn die wahren Ursachen dieser Krise stehen nicht im
Mainstreamblatt...
Hier
seine Aussage die ich gerne mit verbreiten will. Unten der Link, damit
man auf seiner Homepages dann ruhig mal weiter lesen kann.
Wir
entscheiden gleich über das sogenannte
Euro-Stabilisierungsgesetz. Dieses Gesetz ist einmalig in der
deutschen Geschichte. Diese Einmaligkeit veranlasst mich, von meinem
parlamentarischen Recht Gebrauch zu machen, mein Abstimmungsverhalten
vor dem Deutschen Bundestag zu begründen.
Ich
werde dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht zustimmen. Denn dieses
Gesetz ist kein Rettungspaket für den Euro und Europa.
Das
vereinte Europa ist von seinen Gründungsvätern Konrad
Adenauer, Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide De Gasperi und anderen
als ein Hort der Freiheit gegen alle Formen von Diktatur, Unfreiheit
und Planwirtschaft erträumt worden. Das heutige Europa ist auf
dem Weg in die monetäre Planwirtschaft und den politischen
Zentralismus.
Die
Gründungsväter Europas wollten ein Europa des Rechts und
der Rechtsstaatlichkeit. Die heutigen Regierungen des Euro-Raums, die
EU-Kommission und die EZB verabreden sich hingegen zum kollektiven
Rechtsbruch, obwohl die EU-Kommission als Hüterin der Verträge
und die nationalen Regierungen zum Schutz des Rechts verpflichtet
sind.
Es
gibt Alternativen zum derzeitigen planwirtschaftlichen und
rechtswidrigen Handeln der europäischen Regierungen und der
EU-Kommission.
Planwirtschaft
und Rechtsbruch sind nicht alternativlos. Wir müssen uns jedoch
trauen, die Alternativen zu bedenken, zu wählen und anschließend
mutig umzusetzen. Vor allem müssen wir anfangen, die heute
wieder vielfach geschürte Angst vor der Freiheit zu bekämpfen.
Dieser Kampf beginnt mit einem freien Denken: Wir müssen uns
trauen, die Ursachen unserer Finanz- und Überschuldungskrise zu
benennen.
Die
Hauptursache unserer Finanz- und Überschuldungskrise von Staaten
und Banken liegt in der Geld- und Kreditschöpfung aus dem Nichts
und der Möglichkeit, staatliches ungedecktes Zwangspapiergeld
unbegrenzt vermehren zu können. Ohne diese Alchemie des Geldes
hätte kein weltweites Schneeballsystem aus ungedeckten
zukünftigen Zahlungsverpflichtungen entstehen können.
Dieses
Schneeballsystem ist nur möglich, weil der Staat aus Gründen
der leichteren Finanzierung von Staatsausgaben den Banken Privilegien
verliehen hat, die gegen die Grundprinzipien jeder
marktwirtschaftlichen Ordnung verstoßen. Zum einen handelt es
sich um das Teilreserveprivileg, mit dem die Geschäftspraktik
der Geld- und Kreditschöpfung legalisiert worden ist.
Zum
anderen wurde durch die Gründung von Zentralbanken der
Zusammenhang von Haftung und Entscheidung für den Bankensektor
außer Kraft gesetzt. Zentralbanken wird die Hauptaufgabe
zugewiesen, als Kreditgeber letzter Hand die Insolvenz von Banken zu
verhindern. Eine Marktwirtschaft ohne Insolvenzrichter ist jedoch
keine Marktwirtschaft. Zudem zerstören Zentralbanken durch ihre
Zinspolitik das Preissystem von Gesellschaften. Deshalb wird diese
Art der Marktwirtschaft ständig von Krisen (boom and bust)
heimgesucht. Die marktwirtschaftlichen Selbstreinigungs- und
Lenkungskräfte sind durch staatlichen Zwang im höchst
wichtigen Finanzbereich weitgehend außer Kraft gesetzt. Die
Vorschläge für neue Finanzmarktsteuern sind deshalb ein
Ablenkungsmanöver, das vom eigentlichen Problem unserer
Geldordnung ablenken soll.
Darüber
hinaus führt dieses Geldsystem fast zwangsläufig zur
Überschuldung von Staaten und Banken, die sich in diesem Prozess
gegenseitig decken, stützen und erpressen. Die Erpressung
lautet: Werden die Zahlungen für uns eingestellt, fällt das
gesamte Finanzsystem zusammen.
Ich
stimme dem vorliegenden Gesetz nicht zu.
Dieses
Gesetz verstößt gegen europäisches Recht. Die
Institutionen, die zum Schutz des Rechts verpflichtet sind, erfüllen
ihre Aufgabe nicht.
Zweitens
wird durch diesen Rechtsbruch nicht der Euro gerettet, sondern
zerstört.
Und
drittens wird die Überschuldungskrise von Staaten und Banken
durch dieses sogenannte Rettungspaket nicht entschärft, sondern
verschärft.
Durch
diese Maßnahmen lösen wir unsere derzeitigen Probleme
nicht. Was wir zur Lösung unser derzeitigen Probleme in Europa
brauchen, ist eine neue Geldordnung, eine marktwirtschaftliche
Geldordnung und nicht Planwirtschaft.
Wie
sieht es dagegen mit den anderen Parlamentariern aus?
Hier
Hermann Scheer, alternativer Nobelpreisträger
zum zu verabschiedenden „Rettungspaket“. Interessant dabei ist
eine Information, die mich aufhorchen ließ. Später noch
mehr dazu:
Hier
das Interviewskript
von Deutschlandradio Kultur und hier die Hörversion
als MP3. Ich war etwas erschreckt darüber, wie adipös
sich Herr Scher im Interview angehört hat.
Zitat
aus dem Interview:
Brink:
Erst einmal: Werden Sie dem Rettungspaket der Regierung zustimmen?
Scheer:
Nein, das werde ich nicht.
Brink:
Sie lehnen es ab, oder enthalten sich?
Scheer:
Ich werde mich enthalten, wie sich die SPD-Bundestagsfraktion auch
insgesamt enthalten will, aber ich komme auch aus einer ganz
individuellen Entscheidung dazu, weil es ist zwar jetzt etwas
dringend nötig geworden, das Euro-Rettungspaket, 750 Milliarden,
wie auch das Griechenland-Rettungspaket nötig geworden war, aber
man muss eine politische Entscheidung auch danach bewerten, wem man
damit ein Vertrauen gibt. In diesem Fall verlangt die Bundesregierung
ein Vertrauen für eine Maßnahme, die vollständig
unzulänglich ist, weil sie nicht eingebettet ist in weitere
Maßnahmen, die jetzt nichts kosten würden, die aber eine
neue Blase, eine neue Katastrophe, auf die dann ganz eilig reagiert
werden muss, verhindern könnte. ...
Zitat Ende
Leider
kann ich seine Auffassung nur bedingt teilen, denn er scheint die
wahren Ursachen noch nicht für sich erkannt zu haben,. wie z.B Frank
Schäffler von der FDP. Was mich vor allem sehr bedenklich stimmt ist
seine Aussage, wie man damit in der Bundestagsfraktion der SPD
verfahren wird. - Da stellt sich ein Parlamentarier hin und sagt ganz
offen im Radio, daß man gemeinsam sich der Stimme enthalten
wird. - Bitte, was ist das anderes, als daß man nicht
unabhängig denkt, fühlt und entsprechend seine Stimme
abgeben kann. Der Parlamentarier ist nur seinem Gewissen verpflichtet
und hier passiert es, daß man sich einem Fraktionszwang
unterwirft?
Zitat Anfang
Art
38 (1) GG
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner,
unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie
sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen
nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
Zitat
Ende
Schaut
man etwas genauer hin, mußte also Dr.Hermann Scheer doch eins und
eins zusammenzählen können und erkennen, daß eine
geschlossene Stimmenenthaltung, sozusagen zum Durchwinken des
„Rettungspaketes“, welches unserer Wirtschaft geradezu den Garaus machen wird,
vorbestimmt sein muß.
Ich
würde mir Parlamentarier wünschen, die nicht nur wortreich
erkennen, daß das, was uns die Exekutive und
Bilderbergmarionetten an faulen Eiern präsentieren, auch
entsprechend mit einer „Nein“ - Stimme quittiert werden muß,
wenn man von diesem Land noch weiteren Schaden abwenden will.
Zumindest sollte man das als Parlamentarier wollen, wenn man ein Rückgrat hat und morgen noch ohne Schaudern in den Spiegel sehen will.
Wenn man Angst um seine Pfründe und guten
Zweitstimmenplatzierungen hat, dann enthält man sich der
Abstimmung, wenn es um unseren wirtschaftlichen Gnadenstoß gehen soll...
------
Dr. Hermann Scher ist
uns in den freien Medien bekannt geworden, als er mir in einer Mail
Auskunft darüber gab, daß die Bundestagsabgeordneten vor der Abstimmung
des EU-Reformvertrages im Deutschen Bundestag keine lesbare Fassung
gesehen haben. (Hier, bitte runterscrollen, da ist die Mail von mir und seine Antwort darauf abgelegt)
Damals
schon enthielt er sich leider nur schon der Abstimmung, anstatt diesem
Despotenwerk, durch eine klare Abfuhr, entsprechend Nachdruck zu
verleihen.
Es
ist mir natürlich völlig klar, daß Parlamentarier ganz eigenen
Fraktionszwängen unterworfen und so gar nicht mit dem
Unabhängigkeisanspruch des Artikel 38 unseres Grundgesetzes in Einklang
zu bringen sind. Wir brauchen endlich Unabhängigkeit im Denken und
Handeln in unserem Parlament, was mit Parteisoldaten offensichtlich
kaum zu haben ist. Schön daß es doch rühmliche Ausnahmen, wie Herrn
Frank Schäffler, gibt. Dank auch von mir dafür.